Das deutsche System der Arbeitsbeziehungen wurde in der Nachkriegszeit in Westdeutschland geprägt; Die Übertragung des westdeutschen Systems der Arbeitsbeziehungen auf den östlichen Teil des Landes nach der Wiedervereinigung ist nach wie vor eine Herausforderung, da der Osten durch einen Mangel an großen produzierenden Unternehmen und eine Dominanz kleiner und mittlerer Betriebe (KMU) gekennzeichnet ist. Die Tarifabdeckung sowie die Betriebsratsabdeckung sind im Osten des Landes deutlich niedriger geblieben. 2017 waren 57 % der westdeutschen Arbeitnehmer tarifvertraglich betroffen, gegenüber 44 % der ostdeutschen Arbeitnehmer; Der Anteil der Arbeitnehmer in Betrieben mit Betriebsrat lag in West- und 33 % in Ostdeutschland bei 40 %. Sektorale Vereinbarungen können nun verlängert werden, wenn die Verlängerung “im öffentlichen Interesse” liegt; zuvor mussten sie mindestens 50 % der sektoralen Beschäftigten abdecken, um für eine Verlängerung in Frage zu kommen. Trotzdem ging die Zahl der Neuzugänge 2016 auf 444 zurück. Es gibt keine anderen freiwilligen Mechanismen der Verlängerung/Anwendung der Tarifbedingungen. Übersicht allgemein verbindliche Branchenmindestlöhne nach Tarifverträgen 2019 (in Euro): Die Unterfinanzierung der Kranken- und Altenpflegeversicherung und der Arbeitskräftemangel in der Branche veranlassten den Arbeitsminister, einen vorläufigen Fachausschuss für Pflege zu schaffen. Eines der Ergebnisse des Ausschusses war die Notwendigkeit, die Arbeitsbeziehungen im privaten Pflegesektor zu verbessern. Als Reaktion darauf gründeten einige Sozialverbände eine neue Arbeitgeberorganisation, die bereit ist, einen Branchentarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di zu unterzeichnen. Im November verabschiedete die Regierung ein Gesetz zur Verbesserung der Löhne im Pflegesektor, das den Erweiterungsmechanismus klarstellt – Arbeitgeberorganisationen, die kirchenrechtliche Sendeanträge anwenden, müssen vor einer Verlängerung konsultiert werden – und eine permanente Mindestlohnkommission für den Pflegesektor einrichtet, die über die Erhöhung der Mindestlöhne sowohl für Hilfs- als auch für Facharbeiter entscheiden soll.

Laut WSI Collective Bargaining Archive stiegen die kollektiv vereinbarten Löhne 2018 um 3% gegenüber einem Anstieg von 2,4% im Jahr 2017. In Ostdeutschland lag der Lohnanstieg mit 3,3% etwas höher als in Westdeutschland (3%). Trotzdem blieb die tarifliche Vergütung in Ostdeutschland immer noch unter dem westdeutschen Durchschnitt. Dies ist nach 2014 die zweithöchste jährliche Steigerungsrate der letzten zwei Jahrzehnte.